Rezensionen:

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Rezension:Living in Style Berlin (Gebundene Ausgabe)

Stephanie von Pfuel hat gemeinsam mit Judith Jenner dieses schöne Lifestyle-Buch mit dem Titel "Living in Style Berlin" auf den Weg gebracht. Der Bildband besticht durch seine wirklich gelungenen Fotos aber durch die erläuternden Texte in englischer, deutscher und französischer Sprache.

Judith Jenner lässt den Leser in der Einleitung wissen, dass in dem hier vorliegenden Buch die Gegensätze, die Berlin ausmachen, vertreten sind. Sie konstatiert, dass von der modernen Villa im Grunewald über den bewohnten Turm eines sozialistischen Prachtbaus bis hin zur ehemaligen Brauerei alles vertreten sei. Es fehlten aber auch nicht die klassischen Berliner Altbauwohnungen. Genau so ist auch. Gezeigt wird im Buch wie daraus äußerst noble Rückzugsorte, Repräsentationsräume, ja sogar private Museen geworden sind. Darüber berichten deren Bewohner und man hat die Chance alles auf entsprechenden Fotos nachvollziehen zu können.

Ich liebe solche Lifestyle-Bücher, weil mich interessiert, wie Menschen, die einen ausgeprägten Geschmack besitzen,ihre Wohnungen gestalten. Dabei frage ich mich nicht, ob ich mir vorstellen könnte, in einer der Wohnungen zu leben, sondern ich versuche zu erfühlen, weshalb Menschen sich zu bestimmten Farben und Formen entscheiden. Schwarze Wände? Der Set- und Interiordesigner Sylvester Koziolek scheint sie zu mögen. Die in seiner Wohnung handverlesenen Möbel, darunter ein schöner Schreibtisch des Anthroposophen Rudolph Steiner beeindrucken mich. Wie fühlt man sich, umgeben von all dem Schwarz, selbst auf dem Boden? Wirkt dies nicht bedrückend, trotz der wunderbaren Möbel? Wie lebt man an einem Ort, wo das Dunkel zum Prinzip geworden ist?

Es macht Freude all die schönen Einrichtungen zu bewundern, auf die im Buch aufmerksam gemacht wird. Fasziniert bin ich von einem über 300 Quadratmeter großen Dachgarten mitten in Kreuzberg. Die Wohnung dort ist wunderschön eingerichtet: nackte Backsteinwände, exotische Skulpturen und ein geradliniges Design. Dass die Wohnung fast ohne Zwischenwände und Türen auskommt, ist nicht uninteressant.

Eine Buchtapete finde ich grotesk, aber es gibt sie. Das weiß ich seit dem ich das Buch, das ich im Moment rezensiere, studiert habe. Die Tapete kommt aus England und wurde in einer der gezeigten Wohnungen angebracht. Irgendwann wird der Besitzer der Wohnung gewiss die Tapete durch ein Bücheregal ersetzen. Oder? Die Liebe zum Buch ist ja durch die Tapete bereits dokumentiert.

Sprachlos macht mich eine Badewanne vor einem Doppelbett. Das sieht zwar abgefahren aus, aber ich glaube, dass eine solche Raumgestaltung langfristig nicht sinnvoll ist, wegen der zu feuchten Luft. Das könnte dem Holz schaden.

Sehr gut gefällt mir eine Wohnung, die sich über drei Etagen erstreckt in einer Wohnanlage im Grunewald. Lindgrüne Wände, farbenfrohe Möbel, viel Licht, geschmackvolle Bilder, interessante Skulpturen und Objekte. Schließt man von der Wohnungsgestaltung auf den Besitzer, so muss dort ein besonders weltoffener, fröhlicher und kunstsinniger Zeitgenosse leben. Sehr sympathisch, vermute ich mal.

Mehr will ich nicht verraten. Es macht Spaß zu schauen und zu lesen, Einzelheiten wahrzunehmen und sich inspirieren zu lassen.

Empfehlenswert. 

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Rezension:Wohnideen aus dem wahren Leben: Inspirationen der besten Wohnblogger (Broschiert)

"Auch bei der Dekoration wirken Kontraste interessant. Feines Porzellan krönt einen rustikalen Holztisch, Federn bringen Tonkrüge zum Fliegen." (Nadine; Herzallerliebst.de)

Zwei Bücher möchte ich heute vorstellen, die mein Interesse als Bloggerin geweckt haben, weil sich beide Bücher mit Ideen erfolgreicher BloggerInnen befassen. "Wohnideen aus dem wahren Leben" stellt Inspirationen der besten Wohnblogger Europas vor.

Zur Sprache gebracht werden Wohnideen die den Flur, das Wohnzimmer, das Esszimmer, das Arbeitszimmer, das Badezimmer, die Küche, das Kinderzimmer, das Schlafzimmer und den Garten betreffen.

Wie man gleich zu Beginn des Buches erfährt, sind viele Blogger mittlerweile zu Trendsettern geworden, die Menschen in aller Welt inspirieren und neue Ideen miteinander global austauschen. Die von mir hochgeschätzte Holly Becker ist eine Berühmtheit unter den Wohnbloggern. Zwei ihrer Bücher habe ich bereits rezensiert und bin begeistert von ihrer Kreativität und ihrem Stilempfinden. Sie hat übrigens das Vorwort zum vorliegenden Buch verfasst, in dem Ideen von Wohnbloggern aus Deutschland, den Niederlanden, Belgien, Dänemark, Norwegen, Griechenland und Spanien zusammengetragen worden sind und auch neue Ideen von ihr zur Sprache kommen.

Vor der Leistung von Bloggern habe ich großen Respekt, weil ich nur zu gut weiß, wie viel gestalterische und intellektuelle Arbeit dahinter steckt, bis ein Blogg bei einem breiten Publikum anerkannt ist.

Die einzelnen Wohnideen für die entsprechenden Zimmer werden alle visualisiert und jeweils kurz beschrieben. In hervorgehobenen fettgedruckten Sentenzen haben die BloggerInnen Grundgedanken zum geschmackvollen, schöneren Wohnen formuliert und im Rahmen von kleinen Interviews erhält man von einzelnen BloggerInnen Antworten auf viele Fragen zum Thema Raumgestaltung, die sich sicher bereits jeder schon einmal gestellt und vielleicht nicht immer eine zufriedenstellende Antwort gefunden hat. Fragebeispiele: "Gibt es ideale Farben für bestimmte Zimmer?" oder "Auf welchen Aspekt sollte man im Schlafzimmer am meisten Wert legen?" oder "Wie sieht ein idealer Schreibtisch aus?"

Nachdem man viele Seiten hindurch kreative Ideen studieren konnte, werden die BloggerInnen, deren Ideen im Buch präsentiert werden, mit Foto vorgestellt und es werden jeweils einige Fragen an sie zum Thema Bloggen gerichtet, die sie zufriedenstellend und informativ beantworten.

Ein aufschlussreiches, gutes Buch, mit vielen bemerkenswerten Ideen, das ich gerne empfehle. Den BloggerInnen wünsche ich weiterhin viel Erfolg und viele kreative Einfälle.

Empfehlenswert.

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Rezension:Stilikonen unserer Zeit: Wohn- und Lebensgeschichten besonderer Frauen (Gebundene Ausgabe

"Ich versuche die Dinge mit Rationalität und Klarheit anzugehen" ( Annabelle Selldorf)

Der Autor Ralf Eibl hat gemeinsam mit dem Fotografen Wolfgang Stahr dieses Lifestyle-Buch auf den Weg gebracht, das 20 lesenswerte persönliche Reportagen von 20 interessanten Frauen aus dem Hier und Jetzt enthält.

Gezeigt werden private Einblicke in Häuser, in Wohnungen und in das Leben der Protagonistinnen. Bei diesen handelt es sich um Damen wie etwa die Kunstsammlerin Karen Bores, die Unternehmerin Gloria von Thurn und Taxis, die Architektin Annabelle Selldorf, die Sängerin Ute Lemper, die Modebloggerin Jessica Weiss, um nur einige zu nennen. Deren Domizile sind in New York, Berlin, München, London und anderenorts zu finden.

Was veranlasst einen Leser und Bildbetrachter seine Nase neugierig in die Wohnungen anderer zu stecken? Sicher ist der wesentlichste Moment jener, sich Inspirationen zu holen, gewiss auch mehr über die Protagonisten zu erfahren, die hier etwas sehr Persönliches offenbaren: ihren privaten Stil und ihre Einrichtungsvorlieben. Dadurch ist es dem Betrachter möglich zu erkennen, wie sehr die einzelnen Personen in sich ruhen, auch ob der schöne Schein mit dem Innenleben übereinstimmt. Wohnungen sind überaus aussagekräftig, weit mehr als Kleidung.

Die erste Reportage, die ich las, war jene, die sich mit Wohnräumen der Fürstin Gloria von Thurn und Taxis befasst, die in New York lokalisiert sind. Grund für das vorrangige Interesse war ein völlig abgefahrenes anmutendes Schlafzimmer in einem mit sakraler violetter Neon-Installation des New Yorker Künstlers Jonathan Horowitz. Dieses lila beleuchtete Wohnstattr ist mehr als nur gewöhnungsbedürftig und in meinen Augen sehr lustfeindlich. Auch in einem anderen Schlafzimmer des Lofts wirkt die sakrale Kunst geradezu bedrohlich. Ich versuche mir vorzustellen, wie eine Frau tickt, die von so vielen sakralen Gegenständen umgeben ist und diese Raumgestaltung als gemütlich begreift. In diesem Falle genügt es wohl nicht nur katholisch zu sein.

Annabelle Selldorfs Apartment in New York deckt sich mit meinen Geschmacksvorstellungen völlig. Sie liebt das Understatement und führt architektonische Konzepte auf einen Punkt hin, seit sie vor 20 Jahren ein Büro in Manhattan gegründet hat und wohl schon zu ihren Lebzeiten als Ikone ihres Metiers gilt. Ihre Wohnung strahlt Persönlichkeit aus und das ist Absicht. Ich möchte nun die Einrichtung nicht näher beschreiben, aber doch begreifbar machen, dass an der Gestaltung die Fähigkeiten dieser Frau deutlich werden. Eine tolle Frau mit hellwachen Augen, deren Wohnung Weite spiegelt.

20 Frauen, unter Ihnen auch eine Bloggerin, möchten ein wenig mehr von sich zeigen. Man lernt übrigens nicht nur zahlreiche Bilder von den Wohnräumen der Damen kennen, sondern sie sind auch selbst abgelichtet.

Die Raumgestaltung der einzelnen Wohnungen ist so unterschiedlich wie die Damen selbst. Dabei beeindruckt mich das Haus der Galeristin und Sammlerin Kathrin Bellinger in London auch sehr, obschon ich die Helligkeit von Selldorfs Apartment vorziehen würde. Bellinger ist eine Intellektuelle mit Kunstsinn, dabei eine schöne und erfolgreiche Frau, die in ihren Räumen ihre Seele ausdrucksstark offenbart. Diese besteht aus viel Wärme und einem Paradies aus wundervollen Bildern.

Ein Buch, das ich gerne empfehle aufgrund seiner Vielfalt an Ausdrucksmöglichkeiten.

Empfehlenswert

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Rezension: 50 Jahre Weihnachtstische von Royal Copenhagen: Geschichten, die das Porzellan erzählt (Gebundene Ausgabe)

Auf dieses Buch habe ich viele Jahre gehofft, denn ich bin eine Porzellan-Liebhaberin mit einem Faible für bestimmte Marken. Von Royal Copenhagen bin ich besonders begeistert und bin absolut angetan von dem Bildband "Weihnachtstische" von Royal Copenhagen, der bei teNeues erschienen ist. Sehr, sehr schön.

Die Königliche Porzellanmanufaktur nahm in Kopenhagen 1775 ihre Produktion auf. Seitdem schmückte dieses traumhafte Porzellan die Tische des Königs, der Aristokratie und irgendwann auch der Bürgerhäuser. Seit 50 Jahren nun lädt Royal Copenhagen namhafte Persönlichkeiten dazu ein, Weihnachtstische zu gestalten. Diese Präsentation ist ein betont wichtiges Ereignis in Kopenhagen während der Weihnachtszeit. Mittels des vorliegenden Buches wird das 50 jährige Jubiläum dieser schönen Tradition gefeiert.

Der Bildband präsentiert eine Vielzahl wunderschöner Tischdekorationen, die den Leser und Betrachter inspirieren sollen. Zudem wartet es mit vielen Geschichten und Informationen auf, die die Bilderwelt begleiten. Hier erfährt man auch Wissenswertes über die "Flora Danica-Teller", deren Motive aus den Vorlagen der botanischen Enzyklopädie "Flora Danica" entstanden sind.

Man liest Näheres zum ersten Verkaufsgeschäft im Jahre 1780. In den Anfangsjahren waren lt. Verkaufsberichte nur acht Prozent der Kunden Frauen. Größter Kunde war damals das Königshaus. Im Preis war das Porzellan etwas niedriger als das Meißner und Berliner Porzellan. So kurbelte man den Verkauf an.

Informiert wird man über den weiteren Verlauf dieses Verkaufsgeschäftes und kann immer wieder neue Tischdekorationen und schönes Porzellan bewundern, so auch ein sternförmig geripptes Weihnachtsservice, dessen Ursprünge auf Entwürfe aus den ersten Jahren der Königlichen Porzellanmanufaktur zurückgehen.

Vorgestellt wird auch "Musselmalet" das Strohblumenmuster, die Weihnachtsteller und zur Sprache gebracht wird die teuerste Porzellanfigur der Welt "Die Prinzessin auf der Erbe". Sie kostet eine Million Kronen. Gestaltet hat diese hübsche Figur Gerhard Henning, der ein Meister der Porzellanfigurenkunst war, wie Bilder verdeutlichen. Über ihn und seine Arbeiten liest man Aufschlussreiches, bevor man sich u.a. mit dem Tafelservice "Liselund" befassen kann und auch mit dem Art Déco Service "Dagmar", das ich außerordentlich gelungen finde aufgrund seiner schlichten Eleganz.

Unmöglich, alle Service hier näher zu beschreiben, die im Buch gezeigt werden. Meine große Liebe gilt dem "Flora Danica –Service", das mit botanisch präzisen Wiedergaben von Pflanzen dekoriert ist, die in Dänemark einst wuchsen. Spontan verliebt habe ich mich in ein kleines Schälchen im Buch, das auf zwei alten Bänden der Enzyklopädie über die Flora Dänemarks positioniert ist.

Über den dänischen Bildhauer Herman Wilhelm Bissen liest man Wissenswertes, auch dass er Professor an der königlichen Kunstakademie war. Er entwarf u.a. Tafelaufsätze für die Königliche Porzellanmanufaktur, die aus Biskuit mit aufwendigen Reliefbordüren angefertigt waren.

Sehr schön auch ist das Service zeitlose "Konkylie", das in den 1970ern von Arnje Griegst gestaltet wurde. Es erinnert mich an ein anders Service, das in der Gourmetküche der 1980er der Renner war und demnach dem Griegst- Design nachempfunden worden ist. Dies war mir bislang noch nicht bekannt.

Ich möchte nun nicht alle Einzelheiten dieses wunderschönen Buches ausplaudern, an dessen Bildern ich mich seit Tagen erfreue. Den Bildhauer Thorwaldsen möchte ich erwähnen, der zu Beginn des 19. Jahrhunderts einer der gefragtesten Bildhauer Europas war. Im hat die Porzellanmanufaktur wundervolle Figuren und Reliefs zu verdanken.

Es gibt viel zu sehen und zu studieren in diesem gelungen Bildband, den ich allen sehr ans Herz lege, die Schönes und qualitativ Hochwertiges zu schätzen wissen. 

Sehr empfehlenswert.

Helga König

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50 Jahre Weihnachtstische von Royal Copenhagen

Rezension:Andrew Martin Interior Design Review Volume 17 (Gebundene Ausgabe)

Die wahre Ästhetik ist dort zuhause, wo kultivierte Einfachheit durch edle Materialien zelebriert wird. In diesem Herbst nun rezensiere ich das dritte Buch von Andrew Martin und bin als Liebhaberin schöner Dinge mal wieder restlos begeistert. Wenn man sich bewusst macht, wie viel Arbeit und Können in geschmackvollem Design steckt, kann man auch ohne die einzelnen Dinge besitzen zu wollen, diese einfach nur bewundern und sich darüber freuen. Dieses Buch ist ein Werk über Gestaltungskunst, ein kulturelles Highlight, das man sich nicht entgehen lassen sollte.

 Im Vorfeld möchte ich teNeues zitieren, weil es wenig Sinn macht, diesen Standarttext umzuformulieren, der gewissermaßen jedes Jahr an den Anfang einer Rezension zu Andrew Martins neuem Interior Design Review gestellt werden sollte.

"Andrew Martin ist eine der bekanntesten Einrichtungsfirmen der Welt mit Verkäufen in über 50 Ländern. Der Andrew Martin Interior Design Review ist die ultimative Chronik der bekanntesten Inneneinrichter rund um den Globus. Dieser reich illustrierte Überblick mit mehr als 1000 Abbildungen präsentiert knapp 100 der besten Designexperten der Welt und zeigt ihre bestechenden wie originellen Entwürfe. Zahlreiche ausgesuchte Interieurs in öffentlichen und privaten Gebäuden werfen ein Schlaglicht auf die weltweit innovativsten und vollkommensten Einrichtungsprojekte in allen nur denkbaren Stilen und Stimmungen – von klassisch und formal bis modern und gelassen. Der Andrew Martin International Interior Designer of the Year zieht Einsendungen aus aller Welt an und wurde von der Times als "Oscar der Interior Design World" geadelt."

Die Designer im Buch werden alle mittels eines Fotos und kleinen Textes, der in englischer Sprache abgedruckt ist, vorgestellt. Anhand von Einblicken in unterschiedliche Räume, erhält man dann jeweils eine Idee von den Entwürfen der einzelnen Designer.

Mich interessiert natürlich besonders, wie der sich ständig verändernde Zeitgeist in Inneneinrichtungen ausdrückt, die ja das Jetzt in vielfältiger Art zu spiegeln vermögen und mich interessiert, welches Design mich anspricht, weil mir dies viel über mich und meine Beziehung zum Zeitgeist berichtet.

Wohnlichkeit entsteht dann, wenn ein wenig Farbe ins Spiel kommt und bei allen klaren Linien zu große Strenge mittels interessanter Accessoires relativiert wird. Farben und Accessoires ändern sich. Wer hier dem Gestern verhaftet bleibt, lebt nicht mit dem Zeitgeist und versteht diesen nicht. Design kommuniziert stets die Philosophie ihrer Zeit durch Farbe und Form.

So viele traumhafte Gestaltungsideen sind in diesem Werk vereint, dass es an Unverschämtheit grenzt, einzelne Designer und ihr Werk hervorzuheben.

Mein Eindruck ist der, das man Blau- und Blaugrüntöne wiederentdeckt hat, gerade Linien bei Möbeln zu schätzen weiß, die man durch interessante Accessoires auflockert. Man hat sich zumeist allem Überflüssigen entledigt. Unser Zeitgeist lebt den Feng- Shui –Gedanken in vieler Hinsicht. Bei den meisten Designern im Buch ist das schon angekommen. Umgesetzt wird dies besonders gut von Susanne Lovell und auch von Aristos Migliaressis-Phocas.

Die wahre Ästhetik ist dort zuhause, wo kultivierte Einfachheit durch edle Materialien zelebriert wird, fasse ich zusammen und freue mich, dass das, was die Designer gewissermaßen zum Ausdruck bringen, sich in gelebter Philosophie überall hoffentlich bald erkennen lässt. Also öffnen wir uns dem Zeitgeist der kultivierten Einfachheit und entledigen uns auch gedanklich allem Überflüssigen.

Ein sehr schönes Buch, überaus inspirierend.

Empfehlenswert.

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Rezension: LIVING IN STYLE MALLORCA

Herausgeberin dieses wunderschönen Bildbandes ist die zeitweilig auf Mallorca lebende Aristokratin Christine von Auersberg. Sie hat die Türen bemerkenswert wohlgestalteter Domizile auf Mallorca für dieses Buch-Projekt geöffnet und präsentiert das interessante Zusammenspiel von Farbe, Licht und edlen Materialien dem geneigten Leser und Betrachter. 

Den Fotos, die das Innenleben der Domizile zeigen, sind erläuternde Texte in englischer, französischer und deutscher Sprache beigegeben. Für Menschen, die sich schöner Dinge neidlos erfreuen können, ist ihr Werk, das schon einmal vorweg, ein wahrer Hochgenuss. 

Die Texte stammen von Tina von Wedel, die seit 2001 primär auf Mallorca lebt. Für mich, die ich ein Faible für interessant eingerichtete Wohnungen habe, befriedigen die Bilder meine Neugierde. Es gibt so viel zu sehen. Wohlgeformter Luxus in traumhaften Farben, Kunst sehr gut platziert, Bücher wohlgeordnet oder hübsch drapiert und Vorhänge, die die Leichtigkeit des Südens spiegeln. 

Gezeigt wird u.a. ein ehemaliger Bischofssitz aus dem 13. Jahrhundert, den der Architekt Antonio Obrador neu gestaltet hat. Auf einer Wohnfläche von 800 Quadratmetern leben die Eigentümer in einer harmonischen Mischung aus zeitgenössischer Kunst und Antiquitäten. Es ist ein großes Vergnügen einzelne Räume bestaunen zu können, nicht zuletzt ein Speisezimmer mit orangefarbenen Vorhängen und einem Geschirrschrank in dieser Farbe, die bekanntermaßen appetitanregend ist. Sogar eine Kapelle scheint es in diesem Haus zu geben. Hoffentlich zeigt der vermögende Besitzer seine präsentierte Frömmigkeit auch durch gute Taten.

Immer wieder lernt man umgestaltete alte Herrenhäuser und Paläste kennen, die geschmackvoll eingerichtet sind, so auch die Räume in einem Stadtpalast aus dem 16. Jahrhundert in der Altstadt Palmas, die von Skandinaviern bewohnt werden. In die bodenlangen Vorhänge habe ich mich sofort verliebt: Cremefarbene Seide mit zwei weinroten Streifen am unteren und oberen Rand. Verliebt auch habe ich mich in die Bibliothek, die vielleicht ein wenig mehr Licht benötigt. 

Auch modern eingerichtete Räume lernt man kennen, sehr schön, aber nicht immer meinem Geschmack entsprechend. Gefallen hat mir "Son Silvestre" ein traditionell mediterranes Herrenhaus, modern umgesetzt. Einer der gezeigten Räume besticht durch die Terrakotta-Wandfarbe. Sie bricht das helle Farbkonzept des Hauses. Tolle Idee.

Unmöglich all die Domizile zu beschreiben. Wichtig ist, sich inspirieren zu lassen. Man muss kein Haus in Mallorca planen, noch nicht einmal eine Wohnung neu einrichten, es genügen einige Veränderungen bereits im häuslichen Umfeld und man hat das Gefühl eines Neuanfangs. 

Allen, die in diesem wunderbaren Wohnungen leben, wünsche ich vor allem Freude, Dankbarkeit und Demut. Es ist eine Gnade in solch schöner Umgebung leben zu dürfen und man sollte jeden Tag ein kleines Opfer bringen, um Fortune gnädig zu stimmen. Fortune ist ein scheues Reh. Dessen muss man sich immer bewusst sein.

Sehr empfehlenswert.

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Rezension: Zimmerbrunnen- Polymirsteinbrunnen-Sirio- aquaspirit GmbH

Dieser Zimmerbrunnen steht neuerdings in meinem Büro und sorgt dafür, dass ich in dieser warmen Jahreszeit das dauerhafte Gefühl angenehmer Frische verspüre. 

Der Brunnen wurde gut verpackt, mit einfach nachvollziehbarer Gebrauchsanleitung geliefert. Es dauerte nur wenige Minuten bis mein Gatte ihn zusammengebaut hatte. Ich kümmerte mich zwischenzeitlich um entkalktes Wasser. Davon gieße ich täglich ein wenig nach, um den Brunnen rund um die Uhr plätschern lassen zu können. 

Durch die konkave Form der Abdeckung wird das Wasser wellenförmig von innen nach außen geleitet, wodurch ein besonderes kreisförmiges Muster im Wasserbild entsteht, schreibt der Hersteller. Diese Info ist so zutreffend wie alle weiteren Infos von aquaspirit, die ich zum Brunnen gelesen habe. 

Wie Sie dem Foto entnehmen können, habe ich den Brunnen auf einer Säule vor dem Schreibtisch platziert, rechts und links davon stehen zwei kleine Säulen, auf denen- der Harmonie wegen- jeweils eine Terrakotta-Kugel ruht. 

Wasser spielt im Feng Shui eine entscheidende Rolle, weil es die Lebensenergie Qi erhöhen soll. Nach Auffassung von Feng Shui Kennern sammelt Wasser Energie, aktiviert und verteilt diese. Feststellen konnte ich bislang tatsächlich, dass sich mein Schreibfluss nochmals verstärkt hat. 

Das Plätschern des Brunnens wirkt auf mich sehr entspannend und an warmen Tagen suggeriert es eine gewisse Kühle. 

Der Brunnen ist beleuchtet. Das sorgt für einen angenehme Atmosphäre.  Derzeit überlege ich, ob ich nicht noch einen zweiten Brunnen im Wintergarten positionieren soll. Das Angebot auf der Plattform des Herstellers ist  groß. Davon können Sie sich  mittels beigefügtem Link überzeugen.

Lieferumfang: 
Polymersteinbrunnen 
Pumpe inkl. 5 m Zuleitung
LED-Beleuchtung Maße: Ø: 40 cm H: 22 cm 

Versandkostenfrei innerhalb Deutschland 

Versandart: Paketsendung 

Dass der Brunnen auch anderen Orts sehr schön aussehen kann, können Sie dem Clip des Herstellers entnehmen. 

Sehr empfehlenswert.

LINK  Zur Homepage von  aquaspirit GmbH: www.zimmerbrunnen.de

Rezensionen:Interiors Now! Vol. 3 (Gebundene Ausgabe)

In diesem schönen Bildband werden 34 Wohnsitze im Stil unserer Zeit gezeigt. Man lernt im Rahmen der Bilderwelten zahlreiche Koproduktionen zwischen kreativen Klienten und Innenarchitekten kennen. Hinzu kommen eine Menge zeitliche und örtliche Grenzüberschreitungen beim Gestalten und Kombinieren von Raum, Mobiliar und Kunst.

Man erfährt stets Wissenswertes zu den einzelnen gezeigten Wohnungen, so auch zur Größe und wo sie lokalisiert sind. Die Gestalter werden genannt und die gezeigten Räume werden näher beschrieben, übrigens in deutscher und englischer Sprache. Auf den letzten Seiten schließlich lernt man dann die Fotografen kennen.

Besonders beeindruckt bin ich von einem Gästehaus in Lissabon. Juan de Mayoralgo wollte die Gärten von Lissabon in den Interieurs spiegeln. Dies ist ihm gelungen. Der Landschaftsarchitekt hat gemeinsam mit dem Architekt José Adriao in diesem Haus die alten Dielen, Türen und "azulejos" bewahrt. Sehr schön sind die alten Schäferteppiche und andere handwerkliche Gegenstände in der ansonsten modern eingerichteten Wohnung mit weißen Wänden und offenen Türen.

Ein Ort zum Wohlfühlen ist die Atelierwohnung von Marina Faust in Wien mit den vielen Kunstwerken und Büchern und ganz nach meinem derzeitigen Geschmack ist ein von Pierre Jorge Gonzalez und Judith Haase gestaltetes Apartment in Berlin. Klar und hell ist diese Wohnung mit einem tollen Holzboden, vielen Büchern und sehr guten Bildern, die bestens angeordnet sind, so dass die Räume nicht überladen wirken.

Inspiration bieten alle gezeigten Wohnungen, jede einzelne sagt viel über die Gestalter aus. So auch die Kompositionen von John Robshaw, der in sein New Yorker Appartement indonesische Textilien, einen Tisch aus Syrien, ein antikes Schild aus Papua –Neuguinea und Speere aus Nagaland in Ostindien integriert hat.

Ein sehr schöner Bildband, den ich gerne weiterempfehle, an alle, die sich gerne mit Gestaltung und Ästhetik von Wohnräumen befassen.

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Rezension:Meissener Blumenmalerei: Motive und Geschichten (Gebundene Ausgabe)

Dieses reich bebilderte Buch von Erika Büttner befasst sich mit der Malereigeschichte, aber auch mit der gegenwärtigen Arbeit der Meissener Porzellan-Manufaktur. Dort sind insgesamt 160 Blumenmaler damit beschäftigt, unterschiedliche, zauberhafte Blüten auf das feine Weiß des Meissener Porzellans zu malen. Noch heute gibt es typische Blumenmalerfamilien, wo seit Generationen dieser Beruf ausgeübt wird.

Schon in der Antike liebte man es, sich mit Blumendekor zu umgeben und so blieb es in allen Zeiten. Wen wundert dies, wo doch ihr Anblick an die Natur, die Gärten, die Farben und den Duft dort erinnern, der so ungemein inspirierend sein kann.

Man erfährt Wissenswertes über die Zeichenschule der Manufaktur, die die Grundbedingung für Porzellanmalerei darstellt. Wer sie besuchen möchte, sollte zwei Voraussetzung mitbringen: Die Liebe zur Schönheit der Natur und das Talent diese zu Papier und später aufs Porzellan zu bringen. Gegründet hat die Schule von Prinz Xaver von Sachsen im Jahre 1764. Damals wurde die Verantwortung für die Ausbildung der Dresdner Akademie übertragen. Im 18. Jahrhundert dauerte die praktische Ausbildung der Blumenmaler übrigens noch sechs Jahre. Seit den 1950er Jahren des letzten Jahrhunderts ist die Lehrzeit auf zwei Jahre begrenzt worden.

Aufgeklärt wird man über den Beginn der europäischen Blumenmalerei durch Gregorius Höroldt (1696-1775), der einst königlicher Hofmaler war und man erfährt auch Wissenswertes zum berühmten Bildhauer Johann Joachim Kaendler (1706-1775), der 1730 in die Manufaktur kam. Diesen beiden Künstler verdankt die Manufaktur die Porzellangestaltung der frühen Jahre.

Über das erste Meissener Blumendekor und die dann folgenden wie etwa Nelken, Vergissmeinnicht und Tausendschönchen liest man Erhellendes und auch, dass die Blumen der alten Meissener Dekore in der Umgebung von Meissen zuhause sind.

Die spektakuläre Tulpengeschichte bleibt nicht unerwähnt und man liest Aufschlussreiches über die Manierblumenmalerei, die in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts entstand. Auf einer Doppelseite des Buches kann man sich dann alle Manierblumen anschauen, unter ihnen Kornblumen und Akelei, die ich besonders zu schätzen weiß.

 Bei der Erläuterung zu den einzelnen Dekor-Stilen wird auch die "Meissener Rose" natürlich nicht vergessen, die durch ihre Schlichtheit und Brillanz besticht.

Über die Blumensprache, die naturalistische Blumenmalerei und die Wiesenblumen auf dem Meissener Porzellan kann man sich im Buch ebenso kundig machen, wie über die Dekore im 20. und im 21. Jahrhundert.

Alles sehr spannend zu lesen und auch zu betrachten.

Wer sich für Meissener Porzellan interessiert, wird reichlich Freude an diesem Buch haben und zu begreifen lernen wie viel Arbeitszeit und künstlerisches Können sich in jedem der Objekte verbirgt. Dass es dieses Porzellan nicht umsonst gibt, versteht sich von selbst. 

Empfehlenswert.

Rezension: Europas erstes Porzellan: 300 Jahre Manufaktur Meissen (Gebundene Ausgabe)

In diesem kleinen Büchlein würdigen Doris Mundus und Katrin Sohl das 300jährige Bestehen der Porzellan-Manufaktur Meißen. Es handelt sich bei diesem hübschen, reich bebilderten Bändchen um den 250. Band der Minibibliothek des Verlags "BuchVerlag für  die Frau".

Selbst war ich leider noch nicht in Meißen, wohl aber in Dresden und habe dort die Porzellan-Sammlung im Zwinger bestaunt. In einem Porzellanwarengeschäft des Herstellers unweit des dortigen Schlosses kaufte ich zwei Kerzenleuchter, die mir seither viel Freude bereiten.

Man liest von den Anfängen der Erfolgsgeschichte des Meißner Porzellans. Sie begann übrigens in Dresden auf der Brühlschen Terrasse. Damals meldete der Hofalchemist Johann Friedrich Böttger seinem Kurfürsten, August dem Starken, sechs neue Erfindungen, darunter auch das weiße Porzellan. Böttger hatte die Formel für das erste europäische Hartporzellan gefunden. Die Autorinnen dieses Büchleins nennen diese Erfindung nicht grundlos eine Sternstunde der europäischen Kultur.

1910 war es dann so weit: August der Starke erließ das Patent zur Gründung der "Königlichen und Kurfürstlichen Manufacturen zu Dreßden".

Wie es dann weiterging, wird ausführlich in den Büchlein geschildert. Aber man erfährt in diesem Zusammenhang auch Wissenswertes über die alte Messestadt Leipzig, wo ab 1715 die Messebesucher das "weiße Gold" ordern konnten.

Böttgers Japis-Porzellan kommt ebenso zur Sprache, wie die Entwicklung der Schwertermarke, die seit 1723 Anwendung fand. Dabei gefällt mir das Logo, das seit 2009 genutzt wird eindeutig am besten.

Aufgeklärt wird man u.a. über den Porzellanmaler Johann Gregorius Hörold (1696-1775) und über Joachim Kandler (1706-1775). Hörold ist der Begründer der europäischen Porzellanmalerei. Sein großes Verdienst bestand nicht zuletzt im behutsamen Lösen der Dekore aus Meißen von ostaiatischen Vorbildern. Es gelang ihm die Dekore mit der Zeit dem europäischen Geschmack anzupassen.

Der Bildhauer Johann Joachim Kändler brachte sein Können vor allem in figürlichen Porzellan und reliefertem Geschirr ein. Sogar noch heute werden Figuren nach seinen Entwürfen gefertigt, nicht zuletzt die Affenkapelle. Der Bildhauer war übrigens der erste, der Reliefverzierungen für Porzellangestaltung einsetze.

Die europäische Tafelkultur wird in der Folge beleuchtet, bevor man Näheres über die Manufaktur im Wandel der Zeiten erfährt. Wissen muss man, dass der Weltruhm durch die Leipziger Messen stieg.

Über die Blumen auf dem Porzellan wird auch kurz berichtet. Über die Meißner Blumenmalerei werde ich in Kürze ein Buch rezensieren, da mich diese Blumen besonders faszinieren. Das Zwiebelmuster ist im vorliegenden Büchlein auch ein Thema, ferner auch Sammeltassen und das Familienservice und schließlich auch das figürliche Porzellan.

 Erfreulich, dass auch das Service "Wellenspiel" zur Sprache kommt. Es ist das Service zum Millennium geworden. Hier setzen je nach Beleuchtung kleine Lichtreflexe Glanzpunkte auf die Wandlungen des Geschirrs.

Ein sehr schönes und dabei lehrreiches Büchlein, das ich Liebhabern von feinem Porzellan gerne empfehle.

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