Rezensionen:

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Rezension: Teppiche - Muster, Manufakturen, Techniken (Gebundene Ausgabe)

Dieses reich bebilderte Lexikon von Monique di Prima Bristot versteht sich als eine Einladung, Teppiche auf neue Art zu betrachten, sich mit schönen und mitunter auch weniger attraktiven Objekten gezielt auseinanderzusetzen, sie zu vergleichen und zu diskutieren.

Untergliedert ist das Lexikon wie folgt:

Einleitung

Höfische Teppiche

Städtische Manufakturen/Werkstattproduktionen

Heimindustrie

Haus- und Stammesteppiche

Der Museumsteppich

Der westliche Teppich

Im Anhang befinden sich Karten, ein Wörterverzeichnis, ein Stichwortverzeichnis, eine Bibliographie und der Bildnachweis.

Schon immer wurden die Europäer von den Schätzen des Orients in den Bann gezogen. Deshalb auch importierten englische, französische und holländische Handelsgesellschaften erlesene Waren aus dem Morgenland. So waren neben Gewürzen und Edelsteinen kostbare Textilien von besonderem Interesse. Am indischen Hof des Kaisers Akbar nahm die Teppichproduktion den ersten Rang unter den zahlreichen Werkstätten für Kunst und Handwerk ein. Aus jenen Tagen gibt es nur noch wenige Teppiche, doch diese zeigen sehr eindrucksvoll die Meisterschaft der höfischen Werkstätten. Daneben soll in erster Linie Miniaturmalerei helfen die Teppiche zu rekonstruieren. Die Werkstätten wurden von den persischen Künstlern Mir Sayyid Ali und Abd as-Samad geleitet. Diese schufen eine neuartige Synthese zwischen persischer und indischer Formsprache. Bei den Chinesen hingegen erfüllte der Teppich von Beginn an zwei völlig verschiedene Aufgaben. Einerseits diente er als Palastschmuck der Aristokraten, andererseits war er ein wichtiger Bestandteil im Alltagsleben der Nomaden.

In der Folge lernt man prachtvolle höfische Teppiche, deren Knotenanzahl, Material, Größe und Struktur kennen. Des Weiteren werden die Motive bestens erläutert.

Man erfährt, was man unter einem "Savonerie-Teppich" zu verstehen hat. Die Teppiche aus dieser französischen Manufaktur wusste bereits Ludwig XVII. zu schätzen. Vorgestellt werden Teppiche aus Kairo und auch "Moghul-Teppiche", für die schöne Rottöne bezeichnend sind. Die Teppiche der "Safawiden" (1502-1736) gelten zu recht als Meisterwerke. Dabei haben sich die Handwerker der höfischen Knüpfwerkstätten der zeitgenössischen Buchdruckkunst bedient. Man lernt auch Teppiche der "Ming- und Quing-Dynastie" kennen, bevor man mit städtischen Manufakturen und Werkstattproduktionen vertraut gemacht wird. Zur Sprache kommen: Spanien und Portugal, Großbritannien und Irland, Tuduc-Werkstätten, Bukarest, Bauhaus, Künstlerteppiche, Anatolien, Damaskus-Teppiche, nordwestliches Persien, Zentralpersien, Ostpersien, Indien China und Ostturkestan.
Man begegnet Teppichen aus den verschiedensten Epochen und Herkunftsländern, Europa eingeschlossen. Inspiriert von den höfischen Produktionsstätten entstehen städtische Manufakturen, die Teppiche zur reinen Dekoration herstellen. Man erfährt, dass im Laufe der Zeit der Teppich zum Bestandteil eines ästhethischen Raumkonzeptes wurde. Wurden zunächst noch die Technik und die Motive aus dem Orient übernommen, wurden sie später dem europäischen Geschmack angepasst. Fast alle Teppiche werden nach einem zeichnerischen Entwurf angefertigt. Bei der Herstellung hält man sich äußerst präzise an die Vorlage. Sehr edel und dezent in der Farbgebung sind portugiesische Teppiche aus dem 17. Jahrhundert und geschmackvoll muten die Bauhaus-Teppiche aus den 1920er Jahren an. Zu diesen "Künstlerteppichen" wird man sehr gut auf den Seiten 50 ff informiert.


Die "Damaskus-Teppiche" erhielten ihren Namen übrigens aufgrund venezianischer Inventare, wie sie als "tapedi damaschini" aufgelistet sind. Die Muster sind mamelukischen Teppichen ähnlich, allerdings weisen sie im Hinblick auf die Dekoration der Bordüre und struktureller Elemente Gemeinsamkeiten mit Arbeiten des südöstlichen Mittelmeerraumes auf. Einer meiner Lieblingsteppiche im Buch ist übrigens ein "Täbris", der im 1890 entstand und der durch ein sehr dezentes Muster besticht.

Es ist unmöglich auf all die Teppiche im Buch näher einzugehen. Interessant finde ich die Information, dass man in Zentralpersien einige Teppichmotive von Schals und Tüchern übernommen hat. Im Vergleich persischer Teppiche mit indischen und chinesischen, fällt meine Wahl auf die "Perser", deren Muster einfach edler sind.

Thematisiert wird die Heimindustrie in Osteuropa und Skandinavien, Marokko, Westanatolien, Zentralanatolien, Kaukasus, nordwestliches Persien, Westpersien und Ostturkestan. In vielen vorangegangenen Jahrhunderten wurden Teppiche für den Eigenbedarf hergestellt. Da sehr viel Wert auf die künstlerische Arbeit gelegt wurde, konnte eine Volkskunst entstehen. Die Fertigungstechniken wurden, wie auch die Muster von Generation zu Generation weitergegeben. Es ist durchaus interessant, was man im Buch hinsichtlich der Heimindustrie erfährt. Unter einem "Dorfteppich" konnte ich mir vor dem Lesen des Buches beispielsweise nichts vorstellen.


Haus- und Stammesteppiche aus Anatolien, dem Kaukasus, Persien, Zentralasien und aus Tibet werden beleuchet. In diesen Teppichen liegen übrigens die Ursprünge der Geschichte der Teppiche. Wann und wo die ersten Teppiche geknüpft worden sind, ist nach wie vor nicht bekannt. Allerdings nimmt man an, dass die Teppichknüpfkunst zwischen den vierten und zweiten Jahrtausend vor Christus ihren Anfang nahm, vermutlich in Asien, der Mongolei, Persien und Turkestan. Die Gegebenheiten der häuslichen und stammestypischen Teppich- und Stoffproduktion Persiens ist weitaus komplexer als in allen anderen Gebieten. Man lernt eine Reihe sehr schöner Teppiche kennen und erfährt, dass die Teppiche aus dem Gebiet südlich des Kaukasus- hier wohnen die Schahsavanen- Sammler besonders beeindrucken sollen.

Bei den Museumsteppichen werden Exponate aus einer großen Anzahl von Museen zur Sprache gebracht. Dabei handelt es sich um Museen für angewandte Kunst, ethnografische Museen und islamische Museen oder Abteilungen. Im Buch werden die weltweit bedeutendsten Teppiche präsentiert. Diese Kostbarkeiten zu betrachten, ist ein wirkliches Fest für die Augen. Die Erklärungen der einzelnen Exponate ist hervorragend und lässt keine Fragen mehr offen.

Ganz zum Schluss werden westliche Teppiche aus dem 15.- 20. Jahrhundert vorgestellt. So erhielten einige der Muster aus dem 15. Jahrhundert ihre Namen aufgrund der Darstellung von Gemälden herausragender Künstler. Der "Memling"-Teppich ist übrigens abgebildet und wird näher erläutert.

Es ist lohneswert, sich in das Wortverzeichnis im Anhang zu vertiefen und zwar bevor man das Buch zu lesen beginnt, weil man dann die Spezialbegriffe sofort versteht. Das Buch ist für Einsteiger und Fachleute eine Bereicherung und verdeutlicht, dass der Teppichherstellung ein subtiles Kunstverständnis zugrunde liegen muss, wenn edle Produkte das Ergebnis sein sollen.

Sehr empfehlenswert.


Bilder: © TunavB




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Rezension: Kunstdruck / Poster: Gerhard Richter, Eisberg im Nebel, 1982, 110 x 100

Zitat: Fridtjof Nansen, (1861 - 1930), norwegischer Polarforscher, erhielt 1922 den Friedensnobelpreis. Nach Ende des Ersten Weltkriegs organisierte Nansen die Versorgung und Aufnahme von Flüchtlingen (Nansenpass), Fridjof Nansen. Polarforscher und Helfer der Menschheit. (=Grosse Naturforscher; Band 19).

Dieser besonders hochwertige Kunstdruck (110x 100cm) von Gerhard Richter zeigt einen Eisberg im Nebel. Beinahe dämonisch baut sich die gefrorene Kälte vor dem Betrachter auf und ließ mich spontan an den Untergang der Titanic denken.


Mit dem Bild assoziiere ich allerdings auch den Norweger Roal Amundsen, der als Erster die gesamte Nordwestpassage durchfuhr und der der erste Mensch am Südpol war. Auch denke ich an Fridtjof Nansen, über dessen Leben ich als Zwölfjährige eine Hausarbeit schrieb. Nansen erforschte mit seiner "Fram", dem berühmten Polarschiff, das Nordpolarmeer.


Die Eisberge südlich vom Illulissat werden nicht grundlos zum Weltkulturerbe der UNESCO gezählt. Wie lange wird es noch Eisberge geben?


Existiert dieser "Eisberg im Nebel" heute überhaupt noch oder ist er bereits geschmolzen? Bilder wie diese werden bald unbezahlbar sein, wenn wir Menschen nicht lernen umzudenken.


Ich empfehle einen matt-silbernen, schmalen Metall-Rahmen für diesen gelungenen Kunstdruck.


Rezension: Rosenthal Studio-Haus Engel küssend Groß

Die Rosenthal-Biskuit-Engel sind allesamt allerliebst anzuschauen. Ich nutze diese putzigen unschuldig-weißen Figürchen seit Jahren als Weihnachtdeko und kaufe mir jährlich einen neuen Engel hinzu. Der Rosenthal-Studio-Haus-Engel küssend ist eines der hübschesten himmlischen Wesen und verführt dazu, gute Laune zu verbreiten, sobald man sich in seinen Anblick vertieft.

Die Flügel sind sehr schön gearbeitet, auch der Haarschopf ist nett gestaltet und der Körper ebenfalls. Die Figürchen wirken alles andere als kitschig, sondern einfach nur schön und lassen sich gut reinigen. Ich tauche sie dazu ab und an in warmes Wasser. Das genügt.

Während das Engelchen küsst, möchte es nicht ohne Grund von dieser Welt nichts sehen, sondern auf seine Art unbefangen und herzlich frohe Weihnachten wünschen, einem Wunsch, dem ich mich an dieser Stelle anschließen möchte.

Der Engel bringt wirklich Freude ins Haus.


Rezension: Bezaubernde Tischdekorationen- Jo Rick

Bezaubernde Tischdekorationen: Inspirierende Ideen und Projekte zum Selbermachen (Gebundene Ausgabe)

In diesem Buch können sich all jene inspirieren lassen, die einen schön gedeckten Tisch zu schätzen wissen. Thematisiert werden Tischdekorationen: Blau und Weiß- Asiatisch- Pastell zu Ostern- Nachmittagstee- Party in den Tropen- Strandparty- französisches Bistro- Seemannslunch- Sommerparty- Ethno-Look- Champagnerlaune- Waldspaziergang- Aus dem Garten- Halloween- Highland-Dinner- Familientreffen- Winterpicknick- Fest der Sinne- Heiligabend und Schwarz und Weiß.

Zunächst werden Kombinationen in Blau und Weiß für den Frühstückstisch vorgestellt. Marmeladengläser erhalten ein blau-weißes Stoffhäubchen, blaue Hyazinthen zieren blau-weiße Vasen und man lernt Schritt für Schritt aus einem Geschirrtuch eine blau-weiße Bestecktasche zu zaubern.

Bei der asiatischen Tischdeko dürfen Orchideen nicht fehlen und man erfährt, wie man Untersetzer aus Essstäbchen bastelt, auf denen andere asiatische Utensilien für eine fernöstliche Atmosphäre sorgen.

Besonders gefallen haben mir die Erläuterungen für ein Blumengesteck zum Nachmittagstee, mit einem schönen nostalgischen englischen Teeservice, auch ein Bistro-Ambiente, das sich durch wenige Gegenstände gestalten lässt, ein Arrangement aus Rosen und frischem Bambusgrün, sowie die Dekoration "Waldspaziergang". Hier lernt man Kerzen mit Rinden und Blättern zu verzieren und eine Atmosphäre zu gestalten, welche helfen soll, die Alltagssorgen zu vergessen.

Ich staune über all die hüschen Ideen. Den Kranz aus Rosen und Hortensien werde ich demnächst zu stecken versuchen. Ich finde, er passt nicht nur zum festlichen Nachmittagstee, sondern ist generell ein schöner Deko-Gegenstand auf einem runden Tisch, den ich nach wie vor eckigen Tischen vorziehe.

Empfehlenswert für Menschen, die ein hübsches Umfeld lieben.

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Rezension : Living in Style

Dieser Bildband wird all jene erfreuen, die sich für Innenarchitektur und für gute Fotos interessieren. Dargestellt werden elegante Wohnungen in Paris. Die Innenarchitektin Caroline Sarkozy ist die Herausgeberin dieses Buches. Den letzten Seiten kann man einige Eckdaten zu ihrer Vita entnehmen. Der schweizer Fotograf Reto Guntli hat die Bilder gemeinsam mit dem brasilianischen Fotografen Agi Simoes realisiert. Die begleitenden Texte in englischer, französischer, deutscher, spanischer und italienischer Sprache entstammen der Feder der freien Journalistin Debra Derieux.

Man lernt das Interieur der Häuser und Wohnungen von Diane von Fürstenberg, Lenny Kravitz, Jacques Grange und anderen kennen. In der Wohnung von Diane Fürstenberg hat mich die Bibliothek am meisten beeindruckt, in der ein gusseisernes Bett aus der Zeit der Restauration, mit prächtiger Seide aufgepolstert, den idealen Platz zum Lesen der vielen sicher sehr interessanten Bücher verkörpert. Edelste Möbel und gut ausgewählte Bilder zeigen, dass hier eine Frau mit viel Geschmack zuhause ist.

In einer der abgebildeten Wohnungen herrscht der Geist Napoleons. Die Eingangshalle ist in Marmor in drei Farben ausgelegt. Büsten von Sokrates und Homer zieren dieses Entré. An den Wänden hängen römische Leuchter aus dem 2. Jahrhundert. Die abgelichteten Zimmer sind von einer Schönheit, die mich geradezu blendet. Ein Kamin mit ägyptischem Dekor und griechische Vasen und Amphoren in hellbraunen und grauen Tönen, auch all die Bilder an den Wänden zeugen von viel Gespür für Stil. Im Wohnzimmer kann man zwei Empiresessel neben einer Büste von Casimir Delavignes von Davis d`Anger bewundern.

Hervè van der Straten lebt in den Räumen einer Manufaktur aus dem 19. Jahrhundert. Der Mix aus modernen Möbeln und einem vergoldeten spanischen Spiegel aus dem 17. Jahrhundert gefällt mir sehr gut. Viele der Einrichtungsgegenstände sind von diesem Designer selbst gestaltet. Diese Wohnung wirkt auf mich zu unruhig und entspricht nicht meinem Stilempfinden. Das gilt auch für das Interieur die gezeigte Wohnung im "le triangle d`or".

Ganz anders das Haus der Star-Visagistin Terry de Gunzburg, die lange mit Yves Saint Laurent zusammengearbeitet hat. Ihr Zuhause ist wirklich ein Traum. Sie liebt Art deco und hat ihre Räume in sehr warmen Farben eingerichtet. An den schönen Accessoires kann ich mich nicht satt sehen, die Möbel, die Vasen, die Bilder, einfach alles ist ein Fest für die Augen.

Beeindruckt hat mich auch eine schlossähnlich eingerichtete Wohnung in der Nähe der Pariser Börse. Dort kann man Deckenfresken bewundern, die Motive der Künstler Watteau, de Fontenay, Lepautre und Desportes abbilden. Alte Spiegel, kostbare Leuchter, samtüberzogene alte Sessel, ein Bett aus der Zeit Ludwig XVI. versetzen mich in Erstaunen. In einer solchen Atmosphäre zu leben, muss ein Genuss sein.

Ich möchte an dieser Stelle nicht alle Wohnungen näher beleuchten. Jede einzelne zeigt, dass der jeweilige Bewohner Sinn für schöne Dinge und einen dicken Geldbeutel hat, um diese bezahlen zu können.

Die Wohnung des Designers Christopher Noto gefällt mir am besten. Sie ist in Hellgrau- und Hellbrauntönen gehalten und wirkt in ihrer Schlichtheit ungeheuer edel. Nur ein paar rote Seidenkissen oder ein rosafarbener Blumenstrauß sind als Farbtupfer zugelassen. Die französischen Möbel aus dem 17. und 18 Jahrhundert wurden hell bezogen. In diese Wohnung würde ich sofort einziehen.

Ein gelungenes Buch.

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Rezension: Life and Work - Malene Birger´s Life in Pictures

Christian Burmeister und andere Fotografen haben die beeindruckenden Bilder für dieses Buch realisiert, das von den Lebens- und Arbeitsräumen der Modedesignerin Malene Birger in vielen farbigen Bildern berichtet. Im Vorwort von Julie Ralph, das in englischer, deutscher, französischer und spanischer Sprache wiedergegeben ist, wird man kurz über die Mode und das Design, das Leben, die Kreativität, die Arbeit, das Reisen und die Malerei, sprich über den gesamten Lebensentwurf der 1962 in Kopenhagen geborenen Künstlerin informiert, deren kreative Begabungen mich wirklich überaus beeindrucken.

Die Aufnahmen im Buch sind in ihren Domizilen auf Mallorca und in Kopenhagen entstanden. Da die Fotos nicht beschriftet sind, muss man sie einfach auf sich wirken lassen, um zu erkennen, wie diese Frau, die aufgrund des von ihr gestalteten Umfeldes subtil porträtiert wird, zu sein scheint.


Zunächst lernt man ihr Haus "La Mola" auf Mallorca kennen, das von außen sehr schlicht ausschaut. Wunderschöne Korbliegen stehen am Rande des Swimming-Pools, von denen aus man einen Blick aufs Meer genießen kann. Man erhält Einblicke in dieses Haus und kann zur Kenntnis nehmen, dass die Künstlerin ganz offensichtlich eine Vorliebe für Produkte von Louis Vuitton hat, dass sie alte Tinte liebt und keineswegs vor Hirschgeweihen an der Wand zurückschreckt. Sie dekoriert alles harmonisch miteinander. Alles sieht edel aus und man fühlt, jeder einzelne Gegenstand hat für sie eine Bedeutung.


Ob der "Picasso", den ich auf einem Foto entdecke, echt ist, kann man nur vermuten. Vorstellen kann ich es mir, bei dem Erfolg, den die Designerin hat. Ihr Schlafzimmer gefällt mir. Die Bettwäsche in Blau- und Brauntönen sind im heißen Süden angemessen und wirken ein wenig abkühlend. Irgendwo sind Männerhüte gut plaziert, aber auch Taschen, wofür Birger, wie die meisten Frauen ein Faible zu haben scheint. Im Schlafzimmer sehe ich Hausschuhe von Vuitton und auch eine Badetasche, sowie eine Handtasche von Chanel. Die Künstlerin umgibt sich mit edlen Dingen und scheint ein ausgeprägtes Markenbewusstsein zu haben. Die Marken, mit denen sie sich umgibt, offenbaren dem Betrachter, der Malene Birger nicht kennt, dass die Dame sich in der Upper-Class bewegt.


Die Regale im Haus verdeutlichen, dass die Künstlerin afrikanische Dekorationsgegenstände liebt. Der Holztisch in der Küche ist übrigens atmenberaubend schön und der maurische Spiegel an der Terrassenwand ebenfalls. Auf der Bank unterhalb des Spiegels zu sitzen, einen Gedichtsband zu lesen und dabei das Meer rauschen zu hören, ist ein Geschenk des Himmels.


In einer ihrer Wohnungen in Kopenhagen ("Amerikahus") lernt man einen ihrer Arbeitsräume kennen. Dort scheint die Künstlerin zu malen. Man erhält einen Blick aus einem der Fenster. Davor sind Bücher wohlgeordnet. Ordnung und Gestaltung sind dieser Frau wichtig. Über ihrem Bett sind Fotos und Bilder angebracht, eine kleine silberne Marienskulptur steht auf dem Nachttisch, aber auch einen kleinen Plüschhund sehe ich dort, eine Nachbildung ihres eigenen Hundes. Die Küche ist moderner eingerichtet als in "La Mola" auf Mallorca. Die Stühle wirken unbequem.


Sehr schön gestaltet ist eine silberne Schale mit Orchideen auf einem niedrigen Tisch mit unkonventioneller Tischdecke. Eine Porträtaufnahme Birgers macht deutlich, dass Malene eine schöne, nachdenkliche Frau ist. An einer Wand hat sie Fotos von der Garbo hängen und auch ein Abbild von Chanel sehe ich auf einem Spiegel. Ob die Damen Vorbilder von ihr sind, kann man nur vermuten. Vieles spricht dafür.


Eine Finca auf Mallorca ("S`Arracó", ihr 2. Domizil auf der Insel) besticht durch Einfachheit. Hier scheint die Künstlerin zu malen. In diesem Haus steht ihr schönstens Bett. Die vielen Männerhüte an der Wand will ich nicht weiter reflektieren. Außerhalb der Finka gibt es einen Platz der sehr geheimnisvoll wirkt. Ich vermute, dass die Künstlerin in diesem Haus ihr glücklichsten Stunden verbringt, fernab von all dem schönen Luxus, der ja auch seine erdrückenden Seiten hat.


Erneut in Kopenhagen (diesmal in ihrem Haus "Langeline") lernt man ihre Liebe zu hübschen Kissen und Bildern kennen, zu unendlich schönen Accessoires und guten Parfums. Es sind immer wieder Nebensächlichkeiten, die mir zeigen, dass diese hart arbeitende Frau auch eine sehr weiche, weibliche Seite hat, die sie in ihrem Job nicht zeigen darf. Ihr kleiner Hund trägt ein Halsband von Louis Vuitton, das ihn tatsächlich gut kleidet. Malene Birger muss viel Geld verdienen, denn nicht nur die Murano-Deckenbeleuchtungen sind sündhaft teuer, sondern einfach alles, was man auf den Fotos zu sehen bekommt. Diese Dame hat wirklich viel Geschmack und wirkt, wenn man sie beim Arbeiten sieht, überlegt und fleißig, dabei jedoch sehr ernst und das zeigt mir, dass sie extrem viel, nicht unanstrengende Leistung bringen muss, um so erfolgreich zu sein. Man sieht sie übrigens auch mit ihren Modellen, sieht sie hochkonzentriert arbeiten. Ihr Job ist stressig, deshalb auch gönnt man ihr doch gerne all die schönen Dinge zum Ausgleich, hauptsächlich ruhige, befreiende Stunden in ihrer Finca, um immer wieder neue Ideen entwickeln zu können, mit denen sie uns alle erfreuen kann. Ich wünsche Frau Birger von Herzen, dass sie in ihrer Finca hin und wieder von Menschen umgeben ist, mit denen sie ungezwungen lachen kann.


Ein tolles Buch.
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Rezeption:Ein perfektes Menü an einem perfekt gedeckten Tisch (Gebundene Ausgabe)

Das Naturhotel "Waldklause" im Ötztal in Österreich wurde von der Reisezeitschrift Geo Saison zum schönsten Ökohotel Europas gekürt.

Tosca Maria Kühn stellt im vorliegenden Buch die Gastrosophie sowie kulinarische und dekorative Sichtweisen der Betreiberin des Naturhotels -Irene Auer - vor und wirbt auf diese Weise charmant für das Hotel. Dabei präsentiert sie viele delikate Rezepte und zeigt auf welche Weise man einladend den Tisch decken kann.


Anhand einer Fülle schöner Fotografien von Christian Schneider erhält man einen Eindruck davon, dass delikate Speisen erst in schönem Ambiente das Umfeld finden, das es möglich macht, lukullischen Genuss entscheidend zu potenzieren.


Genussvolles Wohnen - jedes Zimmer verfügt über einen Aqualite- Quellwasserbrunnen -, mit viel Holz und Licht, sowie einer wohldurchdachte Farb- und Duftgestaltung fördern den Erholungsprozess gestresster Gäste. Mancherlei ihrer Ideen lassen sich auch zuhause umsetzen.


Ayurveda - Speisen, die auf den fünf Elementen aufbauen, des Weiteren Speisen der Grünen Küche, des mediterrane Genusses, der Fantasie, aus Großmutters Zeit und der vier Jahreszeiten plus Adventszeit werden dem Leser im jeweilig harmonischen Umfeld entgegengebracht. Alles korrespondiert auf den Tischen miteinander und fügt sich zu wundervoller Harmonie.


Die abgelichteten Tischdekorationen sind sehr geschmackvoll und inspirieren zu eigenem Tun.


Um Ihnen einen Eindruck von delikaten Rezepten zu vermitteln, die in der Umsetzung alle nicht zu kompliziert sind, möchte ich die Gänge eines leichten Auer`schen Sommermenüs nennen: "Trilogie von Paprika-Mousse", "Gartenkräuter- Essenz mit bunten Topfennockerln" (hier verwendet sie Thymian, Rosmarin, Petersilie, Dill und andere Ingredienzien), "Gebratenes Forellenfilet auf Röstgemüse und Kartoffelnudeln", und als süßes Highlight "Buttelmilch - Kirsch - Terrine mit Kirschwassereis".


Klingt lecker, nicht wahr?


Bei den vielen Rezepten bin ich besonders von der "Terrine vom Hasenfilet im Pfifferlingsmantel" angetan und einem Dessert, das man sich der Figur zuliebe nicht allzu oft gönnen sollte: "Kastanien -Orangenkrokant - Mille - Feuille". Die Zubereitung ist etwas aufwendig, das Ergebnis allerdings ein Traum.


Zubereitet werden muss ein Orangen - Nusskrokant, ein Kastanienmousse, Patissiercreme und Grappa - Rosinen - Eis. Mehr verrate ich nicht.


Die Speisen sehen alle wie kleine Kunstwerke aus, eigentlich viel zu schade um sie aufzuessen.


Wohl dem, der Sinn für Ästhetik hat. Ihm stehen bei Auer Welten offen!


Ein gelungenes Buch.


Empfehlenswert!



Rezension: Kränze und Blumenschmuck- Wiebke Krabbe

Wiebke Krabbe zeigt dem Leser in diesem hochinformativen Buch, wie man hübsche Blumensträuße und Kränze bindet, um die Wohnung schöner zu gestalten oder aber Freunde und Bekannte damit zu erfreuen.

Die Texte werden von einer Vielzahl von Bildern begleitet, so dass man stets eine visuelle Vorstellung zu den erhellenden Erläuterungen mitgeliefert bekommt.

Zunächst wird erklärt, wie man einen kompakten Blumenstrauß bindet und einen Kranz steckt. Die Blumen im Steckschaumkranz halten übrigens ebensolang wie in der Vase.


Krabbe untergliedert das Buch in Frühling, Herbst und Winter und zeigt sogleich, welche Arrangements sich mit den ersten Frühlingvorboten, den Schneeglöckchen, auf den Tisch zaubern lassen sie, um dann einen Kranz aus blauen Hornveilchen und ungezählte andere Frühlingsgebinde zu kreieren. An dieser Stelle über jeden abgelichteten Blumenstrauß zu schreiben, geht natürlich zu weit, allerdings hätte es jede Kreation verdient, näher fokussiert zu werden.


Verliebt habe ich mich in einen prallen Strauß mit Maiglöckchen und rosa, sowie hell-lila Wicken, der in einer weißen Suppenterrine Platz gefunden hat und neugierig gemacht haben mich die essbaren Blüten, mit denen man vor allem Desserts dekorieren kann.


Pfingstrosen auf einer Etagere sind die Dekorationskrönung auf einem festlich gedeckten Tisch. Sehr imposant wirken blauen Biedermaier-Hortensiensträuße mit einer Manschette aus Funkienblätter. Sicher hätten diese selbst Spitzweg gefallen.


Ein festliches Tischgesteck mit englischen Rosen auf Zweige gebunden hat mich überzeugt, aber auch eine sommerliche Tischdekoration aus einzelnen Sonnenblumenköpfen, die auf kleinen Desserschalen ruhen und als Untersetzer für Teelichter gedacht sind.


Bei den Vorschlägen für Herbstblumen gefällt mir ein Kranz aus getrockneten Hortensien und Hafer, sowie Eukalyptus und schlichten Schleifen am besten. Ihn zu binden, ist weniger kompliziert als ich zunächst dachte.


Der Adventskranz fast zum Schluss ist einer der schönsten, den ich je gesehen habe. Es ist ein Arrangement aus großen Efeublättern, getrockneten Orangenscheiben, Zimtstangenpäcken und weißen Kerzen, das jedem herkömmlichen Adventskranz die Schau stiehlt.


Wiebke Krabbe kann sehr gut erklären und macht selbst Anfängern Mut zur Tat zu schreiten. Ein tolles Buch mit vielen guten Dekoanregungen für einen hübsch gedeckten Tisch.


Empfehlenswert.


Rezension:Feng Shui, Leben und Wohnen in Harmonie (Taschenbuch)

Sators Buch zum Thema "Feng Shui " kann als Einführung in das asiatische Denken zum Thema: Leben und Wohnen in Harmonie gewertet werden. Es geht darum, die unsichtbare Chi- Lebensenergie zum Fließen zu bringen und sie sinnvoll zu nutzen. Erklärt wird u.a. das "Bagua" mit seinen acht äußeren Abschnitten. Durch gezielte Maßnahmen kann man "Bagua" aktivieren und in der Folge Veränderungen im eigenen Leben feststellen, läßt uns der Autor wissen.
Jeder Garten, jedes Haus, die einzelnen Zimmer, aber auch der Schreibtisch sollten nach bestimmten Kriterien angelegt sein, um auf diese Weise viel von der hilfreichen Chi- Lebensenergie lebendig werden zu lassen. Welche Hilfsmittel das Chi verstärken- man denke an Mobiles, DNS- Spiralen und Regenbogenkristalle - wird auch erläutert. Zudem wird erklärt, weshalb Springbrunnen und Aquarien am rechten Ort im Haus zu bemerkenswertem Geldsegen führen.

In Asien wird "Feng Shui" seit vielen tausend Jahren praktiziert und heute, so Sutor, nicht nur von Banken, Hotels und Großunternehmen erfolgreich eingesetzt. Ein lesenswertes Buch, wenn man bereit ist sich auf eine völlig andere Geisteshaltung einzulassen!




Rezension:Rahmenkunst: Auf Spurensuche in der Alten Pinakothek (Gebundene Ausgabe)

Dieses Buch befasst sich mit der Rahmenkunst aus vier Jahrhunderten. Eine Vielzahl wunderschöner Rahmen wird vorgestellt und jeweils ausführlich erläutert. Im Zuge diverser Aufsätze, die dem Katalogteil vorangestellt sind, erfährt man Näheres über die Einrichtung und die Rahmung von Bildern im 18. Jahrhundert, über die Herstellung von Bilderrahmen im 18. Jahrhundert und wird in diesem Zusammenhang auf ein Buch hingewiesen, das die Technik des Vergoldens in 17 Schritten erläutert. Dieses Buch erschien in Paris im Jahre 1787. Helge Siefert beleuchtet textlich auch die Darstellung von Rahmen auf Gemälden aus Bayerischen Staatssammlungen. U.a. erwähnt er das "Gastmahl im Hause des Bürgermeisters Rockox", um 1630/35, das man im Original in der Alten Pinakothek in München besichtigen kann und das im Buch sehr gut abgelichtet ist.

Mit großem Interesse habe ich Helge Sieferts Beitrag zur Geschichte der Rahmensammlung gelesen und gleich zu Beginn erfahren, dass die ältesten Rahmen der Bayrischen Staatsgemäldesammlungen aus der herzoglichen Kunstkammer in der Münchener Residenz stammen. So existiert noch immer ein Zyklus von 24 Kostümbildern, die ganz exakt die Frauentrachten diverser Provinzen in Holland wiedergeben und sich noch heute in den Originalrahmen mit den authentischen Bildunterschriften befinden (vgl.S.31).

Der Bestand von so genannten Effner-Rahmen soll sehr groß sein. Highlights sind neben den Effner-Rahmen auch solche von Karl Albrecht, von Leo von Klenze und von Francois Cuvilliés. Man liest von Exemplaren der Rahmenkunst, die aus Galerien und Kabinetten, wie etwa aus den Residenzen Schleißheim, Nymphenburg, Bayreuth etc. stammen, bevor man sich mit dem Katalogteil näher beschäftigen kann.

Nicht unerwähnt bleibt, dass aus dem Bestand über 4000 Bilder der Alten Pinakothek künstlerich wie historisch bedeutsame Rahmen ausgewählt wurden, die einen repräsentativen Einblick in die Geschichte der Rahmenkunst vom 18. bis 19 Jahrhundert gewähren (vgl.S.66).

In der Folge lernt man die einzelnen Rahmen näher kennen. Am Anfang steht ein Kapselrahmen, entstanden um 1560. Die Beschaffenheit des Rahmens und andere Eckdaten werden dem Leser gut verständlich nahe gebracht. Mit allen 90 weiteren Exponaten wird analog verfahren. Man liest von Leistenrahmen, Kabinettrahmen, Laubwerkrahmen, Blattrahmen, Flammleistenrahmen, Schildplattrahmen, Louis-XIV-Rahmen, Prunkrahmen im Stile des Rokoko etc. und erhält sowohl textlich als auch visuell eine genaue Vorstellung von diesen kunstvollen Gegenständen.

Dem sich dem Katalogteil anschießenden Glossar kann man wichtige Begriffserklärungen, wie etwa zur Polimentvergoldung oder aber auch zur Ölvergoldung u.a.m. entnehmen.

Spätestens nach der Lektüre dieses Buches wird man bei Aufenthalten in Museen nicht nur den Gemälden, sondern auch ihrer kunstvollen Umrandung mehr Beachtung schenken und entzückt sein, wenn man einem "Dresdner Galerierahmen" begegnet, den man sofort an den Initialen "AR" (Augustus Rex) erkennt.

Empfehlenswert.