Rezensionen:

Rezensionen zu: Büchern, Postern und weiteren Accessoirs für die Wohnung.

Rezension:Vom Leben im Landhaus: Interieur, Garten und Architektur (Gebundene Ausgabe)

Der Fotograf Karl-Dietrich Bühler hat diesen wunderschönen Bildband mit dem Titel "Vom Leben im Landhaus- Interieur, Garten und Architektur" realisiert. Er zeigt 30 Landhäuser in Schweden, Italien, Dänemark, Deutschland, Holland und Frankreich, schreibt über die einzelnen Eindrücke zu den vielen Fotos in begleitenden Texten und portätiert hier auch deren Bewohner.

Die Häuser sind völlig unterschiedlich gestaltet. Mir gefallen mediterranen Landhäuser weit besser als die des Nordens. Doch dies ist Geschmackssache. Sehr schön ist die dreihundert Jahre alte Villa im Dorf Arena Po in der Nähe der Universitätsstadt Pavia, die seit sechs Generationen die Heimat der Familie Beretta ist. Man hat Einblick in einzelne Zimmer, wie auch in allen anderen vorgestellten Häusern, die teilweise sehr modern, auch ländlich traditionell mit und ohne Kunstgegenstände eingerichtet sind. Es ist müßig, an dieser Stelle alle Bilder zu beschreiben. Interessant sind die Vorstellungen der Besitzer, die sie liebevoll umgesetzt haben.

Ziel aller Fotos ist es dem Betrachter Inspirationen zu verschaffen, sei es für einen Sommertraum am See, für das Wohnen zwischen Apfelbäumen, für ein Haus im duftenden Kräutergarten, für einen respektvoll restaurierten Hof, fürs Wohnen in Pastelltönen und vieles andere mehr.

Erwähnen möchte ich ein Haus in der Nähe von Wetzlar. Dort hat die Künstlerin Irmgard Flemming ein altes Bauernhaus restauriert und den verwilderten Garten neu gestaltet. Das Ergebnis ist ein Traum, der deutlich macht, dass man überall die Möglichkeit hat, sich kleine Oasen auf dem Land zu schaffen, mit modernem Interieur oder auch im Stile abgelebter Zeiten.

Viele reizvolle Ideen warten auf den Betrachter, warten darauf, sich mit den eigenen Vorstellungen zu vermählen und auf diese Weise etwas Neues auf den Weg zu bringen.
Empfehlenswert.

Bitte klicken Sie auf den Button, dann gelangen Sie zu  Amazon und können das Buch bestellen.


Rezension:Feng Shui - Wenn Räume lächeln: Farbgestaltung mit den 5 Elementen - ein Arbeits- und Projektbuch (Gebundene Ausgabe)

Die diplomierte Feng-Shui-Beraterin Gudrun Mende lädt die Leser dieses reichbebilderten Buches ein, "die eigene Wahrnehmung energetischer Kräfte zu schulen". Dabei begreift sie ihr Buch, in welchem sie sich ausführlich mit der Farbgestaltung mittels fünf Elementen befasst, als ein Arbeits- und Projektbuch.

Nach allgemeinen Überlegungen im Hinblick auf Feng Shui, deren Lehre darin besteht, uns Kraft und Energien eines Lebensraums erneut bewusst zu machen, sie wirkungsvoll nach unserem Wohl zu lenken und damit unsere Lebensenergien zum Fließen zu bringen, (vgl.: S.8) und kurzen Eingangsbetrachtungen zum Buch, wird man über Energie und Energiefluss ausführlich unterrichtet, lernt anhand von Texten und Bildern zu begreifen, was man in der Wohnung verändern muss, um den Fluß der Lebensenergie "Chi" zu optimieren und sich alsdann mit "Ying und Yang" näher auseinanderzusetzen.


Thematisiert werden fünf Wandlungsphasen anhand von Seminararbeiten, in denen es um die farbliche Umsetzung von

Konzentration und Innovation
Sicherheit und Unsicherheit
Lebensfreude und Trauer
Wärme und Kälte
Weite und Enge

als Stimmungswelten im Alltag und als Stimmungswelten der Wandlungsphasen geht.

Gezeigt wird in der Folge ein repräsentativer Querschnitt von 130 Seminararbeiten.

Farben und Formen werden aus psychologischer Sicht erklärt. Dargestellt werden durch Farbe und Form u.a. Lebensfreude, Kälte, Enge, Innovation, Konzentration u.a. mehr.

Für Mende sind die Lebensräume mit den Energien der Natur durchdrungen. Sie erläutert ausführlich das so genannte Ba`Gua. Die Kräfte der einzelnen Himmelsrichtungen prägen die Atmosphäre der von Menschen geschaffenen Architektur und wirken sich auf unterschiedliche Weise auf unseren Lebensfluss aus. Die jahrtausendealte Beobachtung über besagte Kräfte hat zu einer Erstellung eines verfeinerten Rasters, des so genannten Ba`Gua geführt, (vgl.S.40).

Man lernt in der Folge die Gua-Zahlen und deren Bedeutung kennen und Räume entsprechend auszurichten und zu gestalten. Interviews mit einzelnen Bauherren verdeutlichen, wie sich eine Umgestaltung auf deren Lebensgefühl und Leben ausgewirkt hat.

Man lernt des Weiteren die Räume auf vielfältige Weise zu harmonisieren. Im Projektteil dann wird an Beispielen verdeutlicht, auf welche Weise man diese Räume verändern kann.
Ein sehr informatives Buch, das viele Anregungen schenkt, seine Räume freundlicher zu gestalten. Wenn das Chi dadurch angeregt wird zu fließen, umso besser.

Empfehlenswert.

Bitte klicken Sie auf den Button, dann gelangen Sie zu Amazon und können das Buch bestellen.

Rezension:Blumenkränze selbst gemacht: Gestaltungsideen für alle Jahreszeiten (Gebundene Ausgabe)

Dieses wunderschöne und dabei praxisbezogene Buch wurde von der Gartenbau-Ingenieurin und gelernten Staudengärtnerin Dorotheé Waechter und dem von mir sehr geschätzten Diplom Designer Josh Westrich auf den Weg gebracht. Bildbände, wie etwa "Alte Rosen", die sein fotografisches Können visualisieren, habe ich mit Freuden studiert und auch rezensiert.

Im vorliegenden Buch, lernt man Blumen- und Blätterkränze für eine gelungene Tisch- oder Türdekoration zu binden. Kauft man solche Kränze in einer Gärtnerei, sind sie blutig teuer. Grund genug, sich in deren Gestaltung zu vertiefen und die Gestaltungsanweisungen, die Schritt für Schritt jeweils sehr gut erklärt werden, in die Tat umzusetzen.

48 Blumen- und Blätterkränze werden vorgestellt. Die Natur bringt rund um das Jahr zauberhafte Materialien zur Gestaltung von Kränzen hervor, so dass man, wie die gezeigten Kränze deutlich machen, im Grunde Woche für Woche aktiv werden kann.
Zunächst wird man textlich mit den Grundlagen für einen gut gebundenen Kranz vertraut gemacht. Zur Sprache kommt hierbei der Arbeitsplatz, die passende Unterlage, sprich einen Strohkranz oder einen Strohrömer oder eine Drahtunterlage oder eine Unterlage aus Steckmoos. Man lernt, wie man mit der entsprechenden Unterlagen umzugehen hat.
Gezeigt wird anhand von Bildern, wie man einen Kranz bindet. Dabei wird das Binden durch eine genau erläuterte Fünferregel vereinfacht. Die gezeigten Kränze werden untergliedert in solche für Einsteiger, solche mit kurzer und auch langer Haltbarkeit und solche für Profis.

Für jeden einzelnen Kranz, den Herr Westrich fotografisch den potentiellen Kranzbindern nahe bringt, erhält man eine präzise Anleitung. Das Material wird genau benannt und über die gezeigten Kränze erfährt man Wissenswertes.
Man lernt u.a. einen Veilchen-Kranz (hübsche Dekoration für eine österliche Kaffeetafel), einen Kranz aus Vergissmeinnicht, einen Rosen-Kranz, einen Kranz aus rosa Hortensien, einen mediterranen Kräuterkranz (sehr dekorativ bei Gartenpartys), einen Feuerdorn-Kranz und sogar einen Ginkgo-Kranz sowie einen Oliven-Kranz zu gestalten.

Zwar sind Türkränze nicht unbedingt mein Ding, aber ich liebe Blüten- und Blätterkränze als Tischdekoration, speziell wenn Gäste kommen, da diese Art der Deko beim Kommunizieren nicht stört. In die Kranzmitte stelle ich zumeist eine brennende Kerze.

Das Buch empfehle ich gerne, weil es viele brauchbare Ideen enthält, die sich sehr gut umsetzen lassen.

Bitte klicken Sie auf den Button, dann gelangen Sie zu Amazon und können das Buch bestellen.

Rezension:Romantic Style - Inspirierende Ideen für Dekoration und Einrichtung (Gebundene Ausgabe)

Die freiberufliche Innenarchitektin Selina Lake hat gemeinsam mit der Journalistin Sara Norrmann dieses zauberhafte Buch, das sehr viele Bilder und hochinformative Texte enthält, die inspirierenden Ideen für Dekoration und Einrichtung zum Thema haben, auf den Weg gebracht.

Vorgestellt wird der sogenannte "Romantik Style". Ich werde übrigens das Buch einer guten Freundin schenken, die ein Faible für romantische Inneneinrichtungen hat. Mir gefällt zwar auch all das, was mir in diesem Buch nahegebracht wird, sehr gut, doch da ich mit meinem Gatten unsere Wohnung teile, ist eine Raumgestaltung, wie sie hier präsentiert wird, nicht in jedem Fall denkbar.

Zunächst lernt man den "Vintage-Stil" näher kennen, der vor allem nostalgisch ist. Altmodische Troddeln und Stickereien, Quastenlampenschirme, alte Ölgemälde und Retrostoffe spielen hier eine Rolle, auch viele Objekte aus Antiquitätenläden und in erster Linie die Farbe Rosa.
Die romantischen Inspirationen ab Seite 20- 46 sind eventuell auch Männern zumutbar. Hier geht es um Akzente mit blassen Farben, einfachen Linien und subtilem Metall, auch um gedämpfte Töne und geschwungene Linien mit unaufdringlichen Farben, die sich von den komplizierten Formen der Möbel abheben.
Sehr schön ist die Weiß-auf- Weiß-Stickerei auf Kissen für ein Bett, auch gefallen mir romantische Wohnkonzepte in modernen Wohnungen. All dies wird im Buch ausführlich dargestellt.

Man wird mit romantischen Farben vertraut gemacht und wie man diese punktuell einsetzen kann. Das romantische Farbspektrum reicht übrigens von weiß über zarte Pastellfarben und blasse Vintagetöne bis hin zu satten, dunklen Edelsteinnuancen. Manche Farben sind mir zu süßlich. Ein rosa Sofa finde ich gewöhnungsbedürftig.

Romantische Blumen (Englische Rosen, Pfingstrosen und Hortensien) und Stoffe werden beleuchtet und es wird gezeigt, wie man seine romantischen Besitztümer raffiniert präsentiert. Des Weiteren lernt man romantische Lichtquellen kennen und kann sich in romantisch gestaltete Küchen vertiefen, mit typisch romantischem Porzellan.
Romantische Wohn- und Schlafzimmer werden gezeigt und entsprechende Badezimmer, aber auch romantisches Gartenambiente.

Das Buch ist ein Fest für die Augen. Ich rätsele allerdings, wie ein Mann gestrickt sein muss, der sich in einem solchen Umfeld wohlfühlt.

Empfehlenswert.

Bitte klicken Sie auf den Button, dann gelangen Sie zu Amazon und können das Buch bestellen.

Rezension:Tapete: Trends, Dessins und Wohnideen (Gebundene Ausgabe)

Charlotte Abrahams. Sie stellt in diesem Bildband nämlich Tapeten vor. Tapeten habe ich bereits in den in den 1980 Jahren aus meinen Wohnbereichen verbannt, doch mittlerweile sollen sie wieder das Nonplusultra des Wohndesigns darstellen. Wie man der Einführungen entnehmen kann, war die Tapete vor zehn, vor achtzig und auch bereits schon einmal vor 140 Jahren vollkommen passé, (vgl.: Seite 6). Dass sie erneut in Mode gekommen sind, hängt einerseits mit den neuen technischen Möglichkeiten zusammen und andererseits mit dem Bedürfnis, einem neuen Trend zu huldigen.

Die Autorin informiert kurz über die Geschichte der Tapeten. Schon im 9. Jahrhundert kannten die Spanier Wandbespannungen aus Leder, die sich im 16. Jahrhundert in ganz Europa verbreiteten. Wie es dann weiterging, kann man den ersten Seiten des Buchs entnehmen und erfährt, dass schon 1834 die britische Tapetenindustrie 1.222.753 Rollen Buntpapier produzierte und vierzig Jahre später jährlich bereits 32 Millionen Rollen maschinengedruckter Tapeten abgesetzt werden konnten, (vgl.: S.8).
Nach langem Auf und Ab erfährt die Tapete derzeit, wie schon erwähnt, eine echte Renaissance. Weshalb das so ist, wird durch das vorliegende Tapetenbuch deutlich.

In der Folge lernt man die Geschichte, die Ideen und jeweils 48 Mustertapeten von grafischen Mustern, von Floral total und von Bilderwelten kennen.
Derzeit zählen die grafischen Muster zu den interessantesten Ausdrucksformen auf dem Markt, nicht zuletzt, weil sie die Architektur des Raumes ergänzen, diesen zur Geltung bringen und ihn zeitgleich im Hintergrund halten, (vgl.: S. 14). Die Strukturtapete tauchte übrigens erstmals in den 1840er Jahren auf. Welche Muster dem Gestern angehören, erfährt man und man liest auch, welche Strukturtapeten heute als elegant, innovativ und glamourös gelten. Metallictapeten sollen innovativ sein, sofern sie Urbanität ausstrahlen. Velourtapeten wirken in Schlafzimmern nicht uninteressant, aber auch andere Texturen beeindrucken sehr.

Immer wieder werden bedeutende Tapetenhersteller aus den letzten Jahrhunderten vorgestellt, wodurch man einen besseren Eindruck von den Ideen der Hersteller, die bis zum heutigen Tage für die Tapetengestaltung eine Rolle spielen, entwickeln kann. Einfach ist es nicht, sich aufgrund eines einseitigen Musters die Raumgestaltung vorzustellen. Akzente mittels der Tapeten zu setzen, halte ich für nicht uninteressant. Alle Wände damit einzukleiden, erscheint mir eher gewöhnungsbedürftig.


Es führt zu weit über "Flora total" hier ausführlich zu berichten. Tapeten mit Blumenmustern haben die Franzosen einst sehr gerne gemocht. Hier im Buch hat man auch Gelegenheit mehr über die Geschichte dieser Tapetenart und deren Hersteller zu erfahren. Nicht unwichtig zu wissen ist, dass nach alter Designerregel Muster mit großen Motiven nur auf große Flächen gehören, aber es gibt freilich auch bemerkenswerte Regelbrüche, die man den Fotos entnehmen kann. Obschon die Tapetenmuster sehr schön sind, kann ich mir diese ebenfalls nur sehr sparsam benutzt in einer Wohnung vorstellen.

Panoramatapeten haben das Vorbild der Chinatapete aufgegriffen. Sie tauchten erstmals zu Beginn des 19. Jahrhunderts in Frankreich auf. Ich staune, welche Möglichkeit sie heute bieten, einem Raum mittels optischer Täuschung eine raffinierte Note zu verleihen.

Auf den letzten Seiten des Buches wird man mit der Praxis vertraut gemacht, lernt das Werkzeug zum Tapezieren kennen, erfährt wie man den Bedarf berechnet und auch wie man tapeziert (dies wird Schritt für Schritt genau erläutert) und kann sich schlussendlich nochmals in die im Buch abgebildeten Tapeten vertiefen. Hier erfährt man Näheres zum jeweiligen Hersteller, zur Artikelnummer, zu den Rollmaßen, der Rapporthöhe und zur Webadresse. Es gibt sogar eine Tapete, die eine Bibliothek suggeriert, eine der schönsten Tapeten im Buch überhaupt.

Das Buch bietet Inspiration für alle, die mit Tapeten bei der Neugestaltung der eigenen vier Wände experimentieren wollen. Die Bezugsquellen der im Buch gezeigten Tapeten sind allesamt auf den letzten Seiten angegeben.
Empfehlenswert.

Bitte klicken Sie auf den Button, dann gelangen Sie zu Amazon und können das Buch bestellen. 

Rezension:Wohnen mit Stoffen: Ideen für ein Zuhause mit Atmosphäre (Gebundene Ausgabe)

Die Autorin und Fotografin Elisabeth Berkau hat diesen wunderbaren Bildband auf den Weg gebracht, den ich all jenen Menschen ans Herz lege, die ihr Zuhause gerne mit schönen Stoffen ausstatten und sich diesbezüglich inspirieren lassen möchten.

Andreas Zimmer, der geschäftsführende Gesellschafter der "Zimmer und Rohde GmbH" hat das Vorwort verfasst, nicht zuletzt deshalb, weil alle Stoffe im Buch aus der Kollektion seines seit über hundert Jahren bestehenden Familienunternehmens stammen.

Was versteht man unter Stoffen für die Sinne? Berkau erklärt es allen Lesern, die es vermutlich bereits erahnen. Es sind nicht nur Samt und Seide, die die Sinne ansprechen, auch schlichte Baumwollbahnen, die sanft das Gegenlicht der Sonne filtern, können verzaubern. Stoff und Licht, so weiß die Autorin mit Fotografenauge, sind ein untrennbares Duo mit unendlichem Facettenreichtum, das Designer zu immer neuen Designs und Kollektionen inspiriert. Selbst Stofflichkeit, so liest man weiter, die Materialien und Faserarten sind in ihrer Individualität und Vielfalt reine Inspiration. Das gilt für griffiges Leinen ebenso, wie für kuschelweiche Wolle, (vgl.: S.13).

Wie beeindruckend die Wirkung von schönen Stoffen in einer Wohnung sein kann, kann man auf den vielen Fotos im Buch sehen. Als Form- und Farbliebhaberin ist jede Seite für mich natürlich ein Fest für die Augen.

Aufgefordert wird man zu Stil und Stilmix, lernt mit Farbspielen umzugehen und die psychologische Wirkung von Farben zu begreifen, bevor man einen Leitfaden in punkto Qualität und einen für Stoffe für Puristen erhält.
Informiert wird man über die Möglichkeiten einer zauberhaften Vorhanggestaltung und begreift allmählich, dass der Vorhang ein Fensterkleid ist, das schöner Dekostoffe bedarf. Wie ist die Grundstimmung eines Raumes beschaffen? Wie sieht das Fenster aus, das man dekorieren möchte? Wichtig ist, dass man begreift, dass bodenlange oder gar am Boden aufliegende Vorhänge stets großzügiger wirken als kurze. Tolle Vorhänge lernt man kennen, in Farben wie ich sie liebe und man erfährt Näheres über Raffhalter, auch über das Futter und sollte die 10 Fragen zum Thema Vorhang, die die Autorin stellt, unbedingt vor dem Vorhangkauf beantworten, dann nämlich wird der Kauf einfacher.

Aufgeklärt wird man über Leinen, die älteste Pflanzenfaser und über Baumwolle. Anschließend kann man sich in Kissen und Accessoires vertiefen und auch zu Posamenten Wissenswertes in Erfahrung bringen. Ich mag hübsche Kissen und lasse mich diesbezüglich gerne inspirieren.

Dass das französische Wort für "Velours" Samt ist und sich unter dem Begriff die Preziosen der Webkunst und die Juwelen der Textilgeschichte versammeln, sollte man wissen. Doch wissen sollte man auch, wie man ein Schlafzimmer mittels schöner Stoffe einladend gestaltet. Ich liebe Himmelbetten, habe auf Reisen hin und wieder in einem solchen geschlafen. Wie man ein Himmelbett kreiert, wird kurz erklärt.
Die 5 Fragen um Stoffe fürs Bett sollte man zunächst beantworten, bevor man zur Tat schreitet.

Sie lauten übrigens:

1) Wird der Raum, in dem das Bett steht, nur zum Schlafen oder auch für andere Tätigkeiten genutzt?

2) Soll eine Tagesdecke die Bettwäsche verbergen?

3) Soll der Raum optisch größer wirken?

4) Schlafen Sie gerne in einer abgegrenzten Koje?

5) Soll das Bettgestell sichtbar bleiben?

(siehe Seite 133)

Aufgeklärt wird man über Jacquardgewebe und auch über Satin und lernt Wände mit Stoffen zu gestalten sowie Wandvorhänge sowie Raumteile aus Stoff zu kreieren.
Das kleine Lexikon der Stoffkunde zum Ende des Buches habe ich mit großem Interesse gelesen und dabei völlig neue Worte kennengelernt. Natürlich kannte ich Begriffe wie Damast, Cord, Brokat und Chintz, doch was bitte versteht man unter dem Begriff "Moiré"?

Ein sehr informatives und vor allem inspirierendes Buch, das ich gerne empfehle.

 Bitte klicken Sie auf den Button, dann gelangen Sie zu Amazon und können das Buch bestellen. 

Rezension: Frauen und ihre Refugien (Gebundene Ausgabe)

Die Autorin Stefanie von Wietersheim und die Fotografin Claudia von Boch haben gemeinsam diesen wunderschönen Bildband auf den Weg gebracht, der die Rückzugsgebiete von 21 Frauen, in erster Linie von Künstlerinnen und Kreative, den neugierigen Betrachtern vor Augen führt.

Frau von Wietersheim hat das Buch ihrer Mutter gewidmet, die sie lehrte, in Räumen zu lesen.

Schon in vergangenen Zeiten schufen sich begüterte Frauen Boudoirs, Gartenpavillions, Inselhäuser, Ateliers oder Bibliotheken und heute ist es für immer mehr Frauen selbstverständlich ein eigenes Zimmer zu haben, einen klar definierten Raum, wie die Autorin es formuliert, in dem Ehemann und Kinder außen vor sind. Abgrenzung ist das Schlüsselwort der Psychologen, das man durch solche Räumen umsetzen kann. Abgrenzung ist notwendig, wenn Beziehungen dauerhaft Bestand haben sollen.

Als spezifisch feminine Wohnbereiche im 18. Jahrhundert galten die Boudoirs. Dabei handelte es sich um kleine Zimmer, in denen die Damen des Hauses Briefe schrieben, Freundinnen empfingen, sich schminkten oder auch lasen.

Zu Beginn des 19. Jahrhunderts etablierte sich der "semi- offizielle" literarische Damensalon. Dort empfingen intellektuelle Frauen wie Rahel Varnhagen, Bettina von Arnim oder auch Henriette Herz die Geistergrößen ihrer Zeit.

Auf zwei Fotos lernt man das private Wohnzimmer von Christiane Vulpius und das Schreibzimmer von George Sand kennen und weiß, auch wenn man nichts über diese Damen gelesen haben sollte, welch Geistes Kind die eine und die andre war.

Mit zunehmender Demokratisierung richteten sich Frauen in der 2. Hälfte des 20. Jahrhunderts immer häufiger eigene Räume ein. Wie solche Räume aussehen können, wird in diesem Buch gezeigt und es wird deutlich, dass ein solcher Raum stets viel von der Innenwelt der Damen zum Ausdruck bringt, die man in ihren Refugien kennenlernt.

Es ist natürlich unmöglich im Rahmen der Rezension auf all diese Refugien näher einzugehen. Besonders angetan bin ich von dem "Haus am See" der Galeristin Stefanie Harig, einer sehr attraktiven Frau mit ausnehmend gütigen Augen, die nach dem Erwerb des Hauses ein großbürgerliches Idyll schuf, in dem Kunstverständnis, materieller Wohlstand und Familienleben eine glückliche Mischung eingehen, (vgl.: S.34).

Wirklich traumhaft ist Nina Ruges "Limonia in der Toscana". Im Buch lernt man die Innenwelt von Frau Ruge kennen, die durch alte Teppiche, pflaumenblaue Samtvorhänge, Samtkissen und eine bestimmte Farbgebung, die unverkennbar orientalisch anmutet, sich zu einer neuzeitlichen Scheherazade macht. In ihrer Weisheitsbilanz erkennt man sofort, dass sie eine "Tolle-Schülerin" ist: "Viele haben vor Stille Angst, weil sie Angst vor Begegnungen mit sich haben. Ich habe gelernt, die Stille zu suchen und zu lieben. Man kann trainieren, das Gedankenrad anzuhalten", (Zitat: S. 51).

Da stimme ich Frau Ruge zu. Frau Ruges Innenwelt ist eine Welt der Märchen und Träume, das macht der Einrichtungsstil ihres Refugiums deutlich. Ein wenig hat mich das erstaunt, denn ich hätte ihr andere, eher kühlere Farben zugeordnet. Kurzum ihr Seelenspiegel gefällt mir sehr.

Meinem eigenen Seelenspiegel allerdings entspricht eher dem Refugium der Designerin Anne Maria Jagdfeld, (Bild auf dem Cover). Ihre "Blaue Wohnung" ist in meergrün gehalten. Die Wohnung befindet sich übrigens in Heiligendamm. Sie ist dezent luxuriös, mit asiatischen Elementen und zeitgenössischer Kunst. Die Designerin findet Ruhe und Glück bei langen Spaziergängen am Meer, beim Lesen und bei ihrer Familie. Das macht sie mir zusätzlich sympathisch. Wie viel Wärme doch in vermeintlicher Zurückhaltung und Kühle stecken kann.

Natürlich hat mich interessiert, wie das Refugium von Senta Berger ausschaut. Es hat mich gefreut, dass sie sich die Verspieltheit eines Kindes bewahrt hat, die durch viele Accessoires zum Ausdruck kommt. Bei Senta Berger stehen das Herz und die Liebe zum Schönen im Vordergrund. Auch dies finde ich sehr sympathisch.

Karen Heumann, eine Frau aus der Werbung zeigt ihre Bücherwelt. Die Managerin hatte einst in Aix-en-Provence Wirtschaftswissenschaften und Germanistik studiert. Mit Büchern fühlt sie sich organisch verbunden. Das kann ich sehr gut nachvollziehen:-))

In Frau Heumanns Bücherwelt würde ich gern mal stöbern, besonders in den alten Büchern, denn wirklich alte Bücher besitze ich nicht. Die Bücher meiner Urgroßmütter sind im Osten untergegangen. Leider.

Ein schönes Buch, an dem Menschen mit Sinn für Ästhetik viel Freude haben werden.

Bitte klicken Sie auf den  Button, dann gelangen Sie zu Amazon und können das Buch bestellen.